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2025/08/30

XMP vs. DOCP vs. EXPO vs. A-XMP erklärt: Entfesseln Sie die volle Geschwindigkeit Ihres RAMs mit dem richtigen Speicherprofil

Beim Kauf eines neuen RAM-Kits fällt Ihnen möglicherweise ein Aufkleber mit der Aufschrift „DDR5-6000 CL36“ oder Ähnlichem auf. Nach dem Einbau des Speichers stellt Ihr BIOS ihn jedoch oft standardmäßig auf eine deutlich niedrigere Geschwindigkeit ein – beispielsweise DDR5-4800. Das liegt daran, dass der Speicher nicht automatisch mit der beworbenen Geschwindigkeit läuft; stattdessen müssen Sie ein Speicherprofil aktivieren.

Schauen wir uns die gängigsten genauer an: XMP, DOCP, EXPO und A-XMP.

Warum es Speicherprofile gibt

  • Moderne DDR4- und DDR5-Speichermodule werden mit mehreren Timing-Tabellen ausgeliefert, die in ihrem SPD-Chip (Serial Presence Detect) gespeichert sind.

  • Standardmäßig verwendet das Motherboard die JEDEC-Standardgeschwindigkeiten (JEDEC Solid State Technology Association) (sicher, weitgehend kompatibel).

  • Um die beworbene Geschwindigkeit und Latenz zu erreichen, müssen Sie das vom Hersteller getestete Leistungsprofil laden.

Hier kommen diese Akronyme ins Spiel.

XMP (Extreme Memory Profile)

  • Ursprung: Entwickelt von Intel.

  • Funktion: Bietet vorab getestete Übertaktungseinstellungen (Frequenz, Spannung, Timings).

  • Plattform: Funktioniert nativ auf Intel-Motherboards (Z-Serie, B-Serie usw.).

  • Beispiel: Ein DDR5-6000-Kit mit XMP kann im BIOS mit einem Klick aktiviert werden, wodurch die Leistung sofort über die JEDEC-Standardwerte hinaus gesteigert wird.

Bei Intel-Systemen ist XMP der Standard.

DOCP (Direct Over Clock Profile)

  • Ursprung: Entwickelt von ASUS für AMD-Plattformen.

  • Funktion: Übersetzt im Wesentlichen Intels XMP-Profil in für AMD lesbare Einstellungen.

  • Plattform: Wird hauptsächlich auf ASUS AMD-Motherboards verwendet.

  • Warum es existiert: Bevor AMD einen eigenen Standard hatte, war DOCP die Notlösung, um Intel-optimierte RAM-Profile nutzbar zu machen.

Man kann sich DOCP als eine Art AMD-Brücke für XMP-RAM vorstellen.

EXPO (Erweiterte Profile für Übertaktung)

  • Ursprung: Entwickelt von AMD, Markteinführung zusammen mit DDR5.

  • Funktion: Ähnlich wie XMP, aber optimiert für AMD Ryzen CPUs.

  • Plattform: Unterstützt von den meisten modernen AMD AM5-Motherboards.

  • Hauptunterschied: EXPO bietet oft zwei Profile (Leistung + Stabilität) und wird auf den Speichercontroller von Ryzen und Infinity Fabric getestet.

  • Marketingaspekt: AMD positioniert EXPO als „offenen Standard“ (im Gegensatz zu Intels lizenzpflichtigem XMP).

Wenn Sie einen Prozessor mit Sockel AM5 (z. B. Ryzen 7000) oder neuer verwenden, sind EXPO RAM-Kits die beste Wahl.

A-XMP

  • Ursprung: MSIs Markenname für AMD-Motherboards.

  • Funktion: Ähnlich wie DOCP – ermöglicht die Aktivierung von Intel XMP-Profilen auf AMD-Mainboards.

  • Plattform: MSI AMD-Mainboards (z. B. B550, X570).

Es handelt sich im Grunde um MSIs Namenskonvention für dasselbe Ziel: XMP-RAM auf AMD-Systemen zu betreiben.

Welches sollten Sie verwenden?

  • Intel-Nutzer: Aktivieren Sie XMP immer im BIOS.

  • AMD Ryzen 5000 (DDR4): Suchen Sie nach DOCP/A-XMP, um XMP-Kits freizuschalten.

  • AMD Ryzen 7000 (DDR5): Wählen Sie EXPO-zertifizierte Kits für ein optimales Benutzererlebnis.

Schlussbemerkung

Das Übertakten des Arbeitsspeichers hängt vom integrierten Speichercontroller (IMC) der CPU und der Qualität des Mainboards ab. Nicht jeder Prozessor unterstützt ultraschnelle Speicherkits (z. B. DDR5-7200), selbst wenn der Arbeitsspeicher dies unterstützt. Prüfen Sie daher vor dem Kauf immer die Liste der qualifizierten Hersteller (QVL) Ihres Mainboards.

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