
Nach dem jüngsten Preisanstieg bei DDR4- und DDR5-Speicher mehren sich die Anzeichen, dass auch die GPU-Kosten bald steigen könnten. Da die Preise für Flash- und GDDR-Speicher tendenziell steigen, könnte die gesamte Lieferkette für Grafikkarten unter Druck geraten. Hier ist eine Übersicht über die aktuelle Situation und ihre Bedeutung für PC-Bastler und Gamer.
Die Speicherpreise steigen wieder.


(Quelle: TrendForce )
Der Markt für Halbleiterspeicher tritt in einen weiteren Aufwärtszyklus ein.
Aktuelle Daten von TrendForce und DRAMeXchange zeigen, dass die Preise für DRAM und NAND-Flash-Speicher bis Ende 2025 um 15–25 % gestiegen sind, nach fast zwei Jahren des Rückgangs.
Große Hersteller wie Samsung, Micron und SK Hynix haben ältere Produktionslinien stillgelegt und Kapazitäten umverteilt, um die stark gestiegene Nachfrage nach KI und Servern zu decken. Dies hat zu einer Verknappung des Angebots an herkömmlichen Speicherchips geführt, die in PC-Komponenten – von RAM-Modulen bis hin zu Grafikkarten – verwendet werden.
GPUs sind stark vom Speicher abhängig.

Moderne GPUs nutzen Grafikspeicher (GDDR) zur Verarbeitung und Speicherung von Daten wie Texturen, Frames und Shader-Informationen. Bei Hochleistungsgrafikkarten können GDDR6- und GDDR6X-Speichermodule bis zu 20–25 % der gesamten Produktionskosten ausmachen.
Dies bedeutet, dass sich bereits kleine Änderungen bei den Speicherpreisen direkt auf die Endkosten einer GPU auswirken können – insbesondere bei Modellen mit großen VRAM- Kapazitäten wie 16 GB oder 24 GB .
Steigende Kosten für Flash-Speicher und GDDR

(Bildnachweis: Samsung Semiconductor )
Der jüngste Preisanstieg bei Arbeitsspeichern beschränkt sich nicht nur auf DDR-Module.
Sowohl GDDR-Speicher (Graphics Double Data Rate) als auch Flash-Speicher, die in GPUs verwendet werden, sind aufgrund mehrerer kombinierter Faktoren betroffen:
KI-gesteuerte Kapazitätsumverteilung
Bei der Herstellung von Speichermodulen mit hoher Bandbreite (HBM), die in KI-Beschleunigern eingesetzt werden, wird zunehmend Priorität eingeräumt, was das Angebot an herkömmlichen GDDR-Chips für Gaming-GPUs verringert.
Übergang zu neueren Knoten
Da die Hersteller von GDDR6 auf GDDR7 umsteigen, verlangsamt sich die Produktion älterer Chips, was zu höheren Kosten für die verbleibenden Lagerbestände führt.
Preiserholung für NAND/Flash
Der Flash-Speicher, der in GPU-Firmware und BIOS-Komponenten verwendet wird, verzeichnete in diesem Quartal zweistellige prozentuale Zuwächse.
Verlängerte Lieferzeiten
Längere Lieferzeiten und Komponentenengpässe veranlassen die Platinenhersteller, Lagerbestände anzulegen, was den Kostendruck weiter erhöht.
Diese Faktoren erhöhen insgesamt die Materialkosten (BOM) für die GPU-Produktion, noch bevor Montage und Logistik berücksichtigt werden.
Mögliche Auswirkungen auf die GPU-Preise

Während GPU-Hersteller in der Regel versuchen, stabile Preise aufrechtzuerhalten, kann der Kostendruck bei Speicherkomponenten letztendlich bis zu den Verbrauchern durchsickern.
Basierend auf aktuellen Trends:
Bei GPUs der Mittelklasse könnten die Produktionskosten um 5–10 % steigen.
Hochwertige GPUs mit großem VRAM oder Speicher der nächsten Generation wie GDDR7 könnten sich im Gesamtpreis um 10–20 % erhöhen.
Anstelle direkter Preiserhöhungen könnten Verbraucher mit weniger Rabatten, langsameren Preissenkungen oder „geupdateten“ Modellen mit angepassten Spezifikationen und Speicherkapazitäten rechnen.
Faktoren, die die Auswirkungen abmildern könnten

Trotz steigender Kostentrends können mehrere Faktoren dazu beitragen, größere Preissprünge einzudämmen:
Die nachlassende Nachfrage nach GPUs im DIY- und Gaming-Markt könnte die Hersteller dazu veranlassen, einen Teil des Preisanstiegs selbst zu tragen.
Eine Verbesserung der Ausbeute von GDDR7-Speichern könnte die Kosten pro Chip im Laufe der Zeit senken.
Restbestände aus früheren Produktionsläufen können die kurzfristigen Auswirkungen abfedern.
Daher dürfte die Anpassung der GPU-Preise eher allmählich als plötzlich erfolgen, je nachdem, wie sich das Speicherangebot bis 2026 entwickelt.
Worauf Sie achten sollten
Um zu verstehen, wohin sich die GPU-Preise entwickeln, sollten Sie Folgendes beachten:
Spot- und Vertragspreise für GDDR6/GDDR7 auf DRAMeXchange oder TrendForce
Quartalsberichte von Samsung, Micron und SK Hynix zur Rentabilität im Speichergeschäft
Preisanpassungen oder Lagerabverkäufe bei MSI, ASUS und Gigabyte
Einführungspreise der kommenden GDDR7-basierten GPUs
Anhand dieser Indikatoren lässt sich erkennen, ob sich die Speicherkosten in realen Preisbewegungen niederschlagen.

Fazit: Der Erinnerungs-Ripple-Effekt hält an.
Die Erholung des Speichermarktes ist bereits bei DDR4, DDR5 und NAND-Flash-Speicher sichtbar – und GPUs könnten als Nächstes folgen. Mit steigenden Kosten für GDDR- und Flash-Speicher könnten Grafikkarten in den kommenden Monaten schrittweise teurer werden.
Für PC-Bastler und Gamer ist es möglicherweise ratsam, Upgrades frühzeitig zu planen oder nach Sonderangeboten Ausschau zu halten, bevor die nächste Produktgeneration auf den Markt kommt.
Auch wenn der Anstieg nicht dramatisch ist, zeigt der Trend doch eine klare Erinnerung: In der Tech-Welt beeinflussen die Speicherpreise alles – sogar das Herzstück Ihres Gaming-PCs.



