
Wenn es um die Aufrüstung des Arbeitsspeichers geht, lauten die ersten Fragen in der Regel: Wie viele Gigabyte brauche ich? und Soll ich Single-Channel oder Dual-Channel verwenden ?
Doch es gibt noch einen weiteren Faktor, der häufig genannt wird: die RAM-Geschwindigkeit, oft angegeben mit 3200 MHz, 5600 MHz, 6400 MHz und mehr. Was genau bedeutet diese Zahl und wie stark beeinflusst sie die tatsächliche Leistung im praktischen Einsatz? Schauen wir uns das genauer an.
Was RAM-Geschwindigkeit tatsächlich bedeutet
Die RAM-Geschwindigkeit, auch Frequenz genannt , gibt an, wie viele Datenzyklen der Speicher pro Sekunde verarbeiten kann. Höhere Werte bedeuten eine größere potenzielle Bandbreite.
Geschwindigkeit ist jedoch nur ein Teil des Puzzles. Die Speicherleistung hängt vom Zusammenspiel dreier Faktoren ab:
Kapazität (GB) → Wie viele Daten können gespeichert werden?
Kanäle (einfach, doppelt, vierfach) → Wie viele Spuren Daten durchlaufen können
Frequenz (MHz) → Wie schnell diese Spuren Daten übertragen können
Alle drei Faktoren bestimmen, wie reaktionsschnell sich Ihr System anfühlt.

Macht schnellerer Arbeitsspeicher Ihren PC schneller?
Die kurze Antwort: Manchmal, aber nicht immer.

Gaming : In den meisten AAA-Titeln verbessert schnellerer Arbeitsspeicher die FPS nur um wenige Prozent. Bei kompetitiven E-Sport-Spielen wie CS2 oder Valorant hingegen können höhere Geschwindigkeiten zu einer flüssigeren Bildwiedergabe bei hohen Bildwiederholraten beitragen.
Content-Erstellung : Videobearbeitung, 3D-Rendering und große Simulationen profitieren stärker von der zusätzlichen Bandbreite.
Im Alltag macht ein schnellerer Arbeitsspeicher beim Surfen oder Ausführen einfacher Apps kaum einen Unterschied, kann aber Ruckler bei intensivem Multitasking reduzieren.
DDR4 vs. DDR5: Ein Vergleich der Zahlen
DDR4
Gängige Geschwindigkeiten: 2133–3600 MHz
Hochwertige Bausätze können Frequenzen von über 4600 MHz erreichen.
DDR5
Standardmäßig beginnt die Taktfrequenz bei 4800 MHz .
Gängige Bausätze: 5600–6400 MHz
Premium-Kits überschreiten bereits 8000 MHz.

(DDR5-Übersicht, Kingston )
Neben der reinen Geschwindigkeit bietet DDR5 auch zwei 32-Bit-Subkanäle pro DIMM , was die Effizienz bei der gleichzeitigen Bearbeitung mehrerer Aufgaben verbessert.
Geschwindigkeit vs. Latenz: Der Balanceakt
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass eine höhere Taktfrequenz (MHz) automatisch eine bessere Leistung bedeutet. Tatsächlich muss man auch die CAS-Latenz (CL) berücksichtigen, die die Verzögerung misst, bevor der Speicher auf eine Anfrage reagiert.

Zum Beispiel:
DDR4-3200 CL16
DDR5-6000 CL40
Obwohl DDR5 eine höhere Latenz aufweist, wird dies durch die deutlich höhere Taktfrequenz kompensiert. Entscheidend ist die tatsächliche Latenz in Nanosekunden, die wie folgt berechnet wird:
Tatsächliche Latenz = (CL ÷ Frequenz) × 2000
Aus diesem Grund ist DDR5 trotz höherer CL in den meisten Fällen immer noch besser als DDR4.

Welche RAM-Geschwindigkeit sollten Sie im Jahr 2025 wählen?
Für den normalen Gebrauch : DDR4-3200 oder DDR5-5600 reichen vollkommen aus.
Für Gamer : DDR4-3600 oder DDR5-6000–6400 ist für die meisten modernen Systeme optimal.
Für Content-Ersteller und Profis : Hochfrequente Kits mit niedriger Latenz bieten echte Vorteile bei Bearbeitungs-, Rendering- und Workstation-Workloads.
Denken Sie daran: Ihre CPU und Ihr Mainboard müssen die angestrebten Taktraten unterstützen. Überprüfen Sie die Kompatibilität immer in der QVL (Liste qualifizierter Hersteller) .



